Wie setzt sich eigentlich der Strompreis zusammen?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie sich euer Strompreis zusammensetzt und woher die ständigen Preiserhöhungen für Strom kommen? Die wenigsten Stromkunden beschäftigen sich aktiv mit ihrem Tarif, aber wer sich nicht auskennt, lässt sich leicht einen zu teuren Tarif aufschwatzen. Auch die Folgen politischer Entscheidungen entgehen einem, wenn man nicht wenigstens zwischendurch ein Auge auf die Preisstruktur wirft. Wir helfen euch, den Durchblick zu behalten, und erklären, woraus sich der Strompreis für Haushaltskunden in Deutschland zusammensetzt.

Nur ein Viertel für Stromproduktion – der Rest sind Gebühren und Abgaben

2016 bezahlten Stromkunden in Deutschland für die Kilowattstunde (kWh) Strom im Durchschnitt 28,7 Cent. Die Grundlage dieser Berechnung ist ein jährlicher Stromverbrauch von 3.500 kWh. Dies ist selbstverständlich ein Mittelwert. Es gibt also Tarife, bei denen Verbraucher mehr bezahlen, aber auch solche, bei denen man weitaus günstiger davonkommt. Hinzu kommt bei den meisten Tarifen die Grundgebühr. Aber wohin fließt das Geld und wie finanzieren sich die Stromanbieter selbst?

 

Zusammensetzung des Strompreises in Deutschland
Zusammensetzung des Strompreises in Deutschland

 

Ein Großteil des Preises entfällt nicht etwa auf die Produktion, sondern auf Gebühren und Abgaben, hat mit der Produktion und dem Vertrieb von Energie also erst einmal nichts zu tun. Der Staat langt hier kräftig zu, unter anderem für Umlagen für Solar- und KWK-Strom. Wer eine entsprechende Anlage besitzt, kann sich glücklich schätzen und hiervon wiederum profitieren. Auch auf die Netzentgelte entfällt ein großer Teil des schlussendlichen Strompreises für Haushaltskunden. In 2016 waren dies ganze 20,5% des gesamten Strompreises. Sie fallen für die Nutzung des Übertragungsnetzes an, also für die großen Überlandleitungen sowie für die Leitungen in den Städten und die Anschlüsse der Kunden. Dieses Entgelt verbleibt allerdings nicht bei eurem Stromanbieter, sondern wird an den entsprechenden Empfänger durchgereicht. So müssen unabhängige Stromversorger, die keine eigenen Netze betreiben, dieses Netzentgelt an die Netzbetreiber bezahlen. Diese wiederum dürfen davon nur einen gesetzlich festgelegten Teil als Gewinn einbehalten. Trotzdem sind die Netzentgelte der zweitgrößte Bestandteil am letztendlichen Strompreis. Aber wie finanziert sich dann euer Stromanbieter, also das Unternehmen, an das ihr eure monatliche Stromrechnung zahlt?

Auf die Energieproduktion, die Verteilung und die Gewinnmarge der Stromanbieter entfielen 2016 nur rund 7 Cent pro kWh. Dies ist zwar die größte Position, allerdings nur ein Fünftel des gesamten Strompreises. Der Rest sind Gebühren, Entgelte, Steuern und Umlagen. Von diesen sieben Cent leben sowohl die Energieerzeuger, also die Betreiber der Kraftwerke, als auch die Stromanbieter, bei denen ihr euren Strom einkauft.

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Woher kommen die Preiserhöhungen für Strom?

Neben dem Staat, der die Höhe der verschiedenen Umlagen und Steuern festlegt, haben vor allem Rohstoffpreise und die Gewinnabsichten der an der Energieversorgung beteiligten Unternehmen Einfluss auf den Strompreis. Zunehmend spielt auch das Wetter eine entscheidende Rolle: je mehr Wind, desto größer ist das Angebot an grüner Energie und das drückt letztlich den Preis an der Strombörse. Ähnliches gilt für Solarstrom. Ihr seht also, es ist kompliziert. Wie kann man da als Verbraucher den Durchblick behalten?

Der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat auf seiner Seite alle relevanten Daten zum Strom- und Gaspreis inklusive Grafiken gesammelt. Hier findet ihr alle Informationen, von der Energieerzeugung über den Vertrieb bis zur Nutzung durch Privathaushalte und gewerbliche Abnehmer. Wer wissen möchte, wie es in Deutschland um erneuerbare Energien steht, wird hier ebenfalls schlau.

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