shine 3-Punkte-Plan – Teil 2: Die Kontrolle über die Stromversorgung wiedererlangen

 

Dies ist Teil 2 des shine 3-Punkte-Plans zur Energieunabhängigkeit. Im ersten Teil haben wir uns mit dem Erkennen der Abhängigkeit von Energieversorgern beschäftigt. Zusammen mit unserer Beispielfamilie, Simone und Thomas und ihren zwei Kindern, haben wir ein wenig Licht in die Energieversorgung gebracht und aufgezeigt, welchen Abhängigkeiten wir als Stromkunden unterliegen.

Damit hat unsere Beispielfamilie den ersten wichtigen Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit getan: Sie ist sich ihrer Abhängigkeit bewusst geworden und hat sich intensiv mit dem sonst unsichtbaren Strom beschäftigt. Am Ende des ersten Teils haben Simone und Thomas erkannt, dass auch ein Ökostromvertrag sie nicht wirklich unabhängig macht. Als Konsequenz darauf haben sie sich entschieden, ihren Strom in Zukunft selbst zu produzieren. In diesem zweiten Teil geht es genau darum: Wie erlangen wir die Kontrolle über unsere Energieversorgung wieder und welche Herausforderungen gibt es beim Betrieb einer eigenen Solaranlage? Denn erst mit Kontrolle über unsere Energieversorgung können wir letztendlich unabhängig von Stromversorgern werden.

Für alle unter euch, die eine PV-Anlage haben, ist dies der wichtigste Teil. Hier erfahrt ihr, wie ihr mit eurer Solaranlage die ersten Schritte in Richtung Autarkie geht und welche Voraussetzungen ihr dafür schaffen müsst.

Die Stromproduktion in die eigene Hand nehmen

Simone und Thomas kaufen eine Solaranlage und lassen sie von einem Solarteur aus ihrer Nähe installieren. Sie entscheiden sich für eine PV-Anlage mit 4 kWp, die auf ihrem Giebeldach in südwestlicher Ausrichtung installiert wird. Im ersten Jahr produziert die Solaranlage der Familie 3.340 kWh Strom. Damit deckt die Photovoltaikanlage rund 76% des gesamten Stromverbrauchs der Familie – allerdings nur theoretisch. Denn die Produktion richtet sich nicht nach dem Verbrauch und so wird ein Großteil des PV-Stroms ins Netz eingespeist, statt von der Familie genutzt zu werden.

pv-anlage_beispielfamilie

Eine PV-Anlage allein bringt noch keine Unabhängigkeit

Besitzer von Solaranlagen kennen dies: Das größte Problem erneuerbarer Energien ist ihre schlechte Planbarkeit. Dies gilt für Windenergie ebenso wie für Strom aus Solarkraft, schließlich scheint die Sonne nicht den ganzen Tag und auch das Wetter macht uns oft einen Strich durch die Rechnung. Die typische Produktionskurve einer PV-Anlage an einem sonnigen Tag zeigt deshalb eine Glockenform, wobei die Spitze der Kurve um die Mittagszeit liegt, wenn die Sonne am höchsten steht.

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Das ist ein großes Problem, denn sowohl Simone als auch Thomas arbeiten den gesamten Vormittag über, sodass sie den Großteil der Energie in den Morgenstunden und am Abend nutzen. Mittags kommt Simone erst ab 14 Uhr mit den Kindern nach Hause. Einen Großteil der von der Solaranlage produzierten Energie speist die Familie deshalb ins Netz ein. Dafür bekommen sie eine Einspeisevergütung nach dem EEG. Sie liegt bei 12,92 ct/kWh.

Nicht nur deshalb flaut die Euphorie über die neue Unabhängigkeit im Laufe der Zeit merklich ab, wie Thomas sagt:

„Anfangs habe ich noch mehrmals täglich auf den Wechselrichter geschaut, um zu sehen, wie viel die Anlage produziert. Irgendwann gewöhnt man sich daran und lässt die Module einfach arbeiten, ohne sich weiter darum zu kümmern.“

Bei der Jahresendabrechnung zeigt sich, dass Thomas und seine Familie trotz 3.340 kWh produziertem Strom noch immer einen großen Teil ihrer Energie vom Stromversorger beziehen. Insgesamt sind es 3.396 kWh, die sie zusätzlich zur Eigenproduktion einkaufen. Dafür bezahlen sie weiterhin den üblichen Tarif der örtlichen Stadtwerke, bei denen die Kilowattstunde 0,27 € kostet.

„Immerhin bekommen wir für den eingespeisten Strom noch die rund 13 ct Einspeisevergütung. Wenn wir das aber mit den 27 ct vergleichen, die wir für den zusätzlichen Einkauf von Strom von unserem Versorger bezahlen, dann ist die Rechnung ganz klar negativ. Uns geht es in der Hauptsache auch nicht um das Geld, sondern um die Unabhängigkeit von Energieversorgern. Da ist auf jeden Fall noch mehr drin.“ sagt Thomas.

Zwar nimmt man mit einer PV-Anlage einen Teil der Energieversorgung in die eigene Hand. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Kontrolle über die Stromversorgung getan. Wie Simone und Thomas in den ersten Monaten ihrer PV-Nutzung erfahren müssen, reicht dies für eine weitgehende Unabhängigkeit von klassischen Energieversorgern aber bei weitem nicht aus. Dies hat verschiedene Gründe:

  • Die PV-Anlage produziert nur dann Strom, wenn die Sonne scheint und richtet sich nicht nach dem Bedarf im Haushalt
  • Konkrete Nutzerdaten erhalten Betreiber von Solaranlagen nur bei der Jahresendabrechnung
  • Ist die Anlage einmal installiert, sind die Möglichkeiten einer Optimierung ohne weitere Hardware gering

Visualisierung und Transparenz für mehr Kontrolle über die PV-Anlage

Thomas und Simone möchten trotzdem weiter an ihrer Solaranlage arbeiten und mehr Kontrolle über ihre Produktion und über ihren Verbrauch erlangen. Ein großes Bedürfnis der beiden ist mehr Transparenz:

„Wenn die PV-Anlage so vor sich hin arbeitet, bekommt man davon nichts mit. Man kann immer nur schätzen und sagen ‚Aha die Sonne scheint, also produzieren wir gerade wahrscheinlich Strom‘. Wie viel es ist, wissen wir aber nicht, außer wir gehen zum Wechselrichter und schreiben alles auf.“

Einen wichtigen Schritt für mehr Kontrolle und damit auch für mehr Energieunabhängigkeit haben die beiden damit bereits erkannt: Bevor sie sich mit ihrer Solaranlage weiter unabhängig machen können, müssen sie zunächst wissen, was genau in der Anlage vorgeht. Transparenz ist der Schlüssel zu mehr Kontrolle über die eigene Energieversorgung. Möglich wird dies mit einem Datenlogger, wie er auch im shine Energiemanager enthalten ist. Er visualisiert die PV-Produktion sowie weitere Energieströme im Haushalt. Gute PV-Visualisierungen machen die eigene Stromproduktion greifbar, indem sie die unterschiedlichsten Daten grafisch aufbereiten. Dazu gehören unter anderem:

  • Produktion
  • Netzbezug und -einspeisung
  • Verbrauch
  • Autarkiegrad
  • CO2-Ersparnis
  • Eigenverbrauch

Mit einer solchen Visualisierung hat die Familie alle relevanten Informationen stets im Blick. Über das shine Portal kann sie diese zudem von überall aus live einsehen. Auf einmal wird die Stromproduktion greifbar:

„Nun sehen wir jederzeit auf einen Blick, wie viel Strom unsere Solaranlage produziert und was mit dem Strom passiert, ob er von uns selbst verbraucht wird oder ob wir ihn ins Netz einspeisen. Mit der Zeit lernt man dann auch, wann man die Waschmaschine oder den Herd am besten benutzt, um den Strom effizient zu nutzen.“

Mit Kontrolle über die Energieversorgung den Eigenverbrauch erhöhen

An einem typischen Tag mit viel Sonnenschein zeigt der shine Energiemanager die klassische Kurve:

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Morgens vor der Arbeit und Schule, wenn die Familie viel Strom verbraucht, produziert die Photovoltaikanlage kaum Strom. Hier müssen Thomas und Simone Strom von ihrem herkömmlichen Stromversorger zukaufen. Erst am Vormittag steigt die gelbe Produktionskurve an. Weil in dieser Zeit jedoch kaum Strom verbraucht wird, speisen sie die Energie ins Stromnetz ein.

Simone und Thomas wissen, was zu tun ist und folgen damit einem Trend, der unter Solaranlagenbetreibern immer wichtiger wird: Den Eigenverbrauch erhöhen, um mehr der selbst produzierten Energie zu nutzen und unabhängiger vom Versorgungsnetz zu werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch Thomas und Simone ausprobieren. So versucht Simone das Abendessen schon in der Mittagszeit zuzubereiten, wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommt und die Sonne scheint. Auch die Waschmaschine programmieren die beiden für die Mittagszeit, um möglichst viel der Sonnenenergie zu nutzen.

Dennoch sind dieser Strategie Grenzen gesetzt. Das Wetter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung und auch die geringen Sonnenstunden im Winter lassen mehr Unabhängigkeit vorerst nicht zu. Im ersten Jahr der PV-Nutzung mussten Simone und Thomas deshalb noch immer 3.396 kWh von ihrem alten Stromversorger zukaufen. Dies entspricht etwa 77% ihres gesamten Strombedarfs. Auf das gesamte Jahr gesehen, beträgt der Autarkiegrad also 23%, das heißt, allein mit ihrer Photovoltaikanlage und ohne weitere Maßnahmen zur Steigerung des Eigenverbrauchs ist die Familie bereits zu 23% unabhängig von herkömmlichen Energieversorgern. Das ist ein erster positiver Schritt, aber noch lange nicht genug.

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In unserem shine 3-Punkte-Plan hat die Familie nun also den zweiten wichtigen Schritt auf dem Weg in die Unabhängigkeit genommen: Sie produziert ihren eigenen Strom und sie hat mit der PV-Visualisierung einen Teil der Kontrolle über ihre Versorgung wiedererlangt. Nun gilt es im dritten Teil der Serie, die Unabhängigkeit weiter zu steigern. Neben den kleinen Tricks, wie große Verbraucher tagsüber bei viel Sonnenschein laufen zu lassen, gibt es für die Steigerung eine Reihe praktischer Lösungen, unter anderem:

Diese Lösungen stellen wir euch im dritten Teil des shine 3-Punkte-Plans zur Energieunabhängigkeit vor. Hier begleiten wir Simone und Thomas bei der Auswahl der richtigen Hardware für ihre Solaranlage, zeigen Vor- und Nachteile auf und geben einen Ausblick auf die Zukunft.

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