Praktikum beim Startup shine

Mein erster Arbeitstag:

Praktikum_Startup_shine9. Mai 2016 – 8:50 Uhr, ich stehe am Empfang eines typisch modernen Bürogebäudes im Herzen einer typischen deutschen Großstadt. Kurz erläutert, wo ich denn gerne hinmöchte, den Besucherzettel ausgefüllt und schon schickt die nette Dame mich auf ins Abenteuer in die 4. Etage. Da ich noch nie bei einem Corporate Startup gearbeitet habe, ist mir unklar was mich dort, in den Räumlichkeiten hinter einer unscheinbaren Glastür, erwarten wird.

Na dann mal auf – geklingelt und abgewartet. Die Tür öffnet Marcel, der geschätzt etwa so alt ist wie ich, mich freundlich begrüßt und dann zu Paul, dem Verantwortlichen für alle Abläufe bei shine, bringt. Marcel ist, genau wie Simon und der zweite Marcel im Team, Teil des technischen Teams rund um den Leiter der Produktentwicklung Jens.

Paul, den ich schon durch mein Skype Interview kennen gelernt habe, bietet mir einen Platz, in einem durch kreative Unordnung sehr nach Startup aussehenden Raum, gegenüber von ihm an. Hier sitze ich also in einem Raum, dessen Wände voll mit wichtig aussehenden Mission-statements und Competitor-analysis hängen. Da Paul aus den Niederlanden kommt sprechen wir hauptsächlich auf Englisch, was mir persönlich sehr gefällt und erfrischend ist. Was mir ebenfalls sofort positiv auffällt ist die fehlende Akten-, Ordner- und Papierflut die einem normalerweise in Büros begegnet. Alles in allem ein sehr guter erster Eindruck, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass sich alle duzen.

Um 9:30 Uhr findet das tägliche Stand-up Meeting statt in dem jedes Team-Mitglied kurz erläutert woran er oder sie gerade arbeitet oder was sonst wichtig sein könnte. Es fällt sofort auf, dass alle Mitarbeiter gutes bis sehr gutes Englisch sprechen, unabhängig vom Alter. Da ich noch nicht wirklich weiß wie der Hase läuft und noch keine wirklichen Aufgaben habe, stelle ich mich nur schnell vor und erkläre was mein Hintergrund ist und wozu ich eigentlich zu gebrauchen bin.

Startup gefällt mir! Alle sind freundlich, locker und die Hierarchien sind flach. Auch die beiden Geschäftsführer Christian und Julia stellen sich sofort mit Vornamen vor. Julia kommt aus England und ist daher einer der Gründe, warum hier so viel Englisch gesprochen wird.

Nach diesePraktikum_Startupm ersten Meeting trinken Paul und ich erstmal Kaffee und er fängt an mir genauer zu erklären, was dieses Startup mit dem Namen shine eigentlich macht. Die Energiezukunft gestalten durch Energie von Mensch zu Mensch. „Ääähm, alles klar!?“ Das Gespräch mit Paul hat sich dann noch ein bisschen hingezogen und mir wurde auch langsam klar worum es geht. shine ist ein Corporate Startup, welches von ehemals RWE – jetzt innogy – gegründet wurde, um den Energiemarkt auf den Kopf zu stellen. Der Trend zu erneuerbaren Energien ist nicht zu leugnen und innogy aka RWE will ihn mitbestimmen. shine geht einen Schritt weiter und arbeitet an einer dezentralen von Menschen bestimmten Energiezukunft. Das Ziel ist es, mithilfe einer Technologie, die sich mir natürlich nicht erschließt, Menschen untereinander zu vernetzen und dadurch den direkten Kauf und Verkauf von selbst produziertem Strom zu ermöglichen. Das Ganze funktioniert durch komplizierte Software und nennt sich die shineCommunity. shine verkauft das nötige Zubehör, wie PV-Anlage zur Stromerzeugung, den Heizstab und die Batterie als Energiespeicher und die shine Power Box, die alles steuert. shine stellt außerdem die Dienstleistung rund um die Community.

Als ich den Tag über mit verschiedenen Mitarbeitern spreche, sehe ich in einem der Büros das Buch „The Lean Startup“ von Eric Ries liegen und werde mir bewusst – Tim, du machst tatsächlich ein Praktikum bei einem Startup und nicht bei einem riesigen, von eingefahrenen Prozessen bestimmten Unternehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.